Vin de Noix

Vin de Noix ist ein leicht bitterer Aperitif, der nach traditionellem französischem Hausrezept aus jungen, noch grünen Walnüssen angesetzt wird. Seine Ursprünge werden im Périgord oder im Limousin vermutet. Von dort aus hat sich das Getränk in ganz Frankreich und weit über dessen Grenzen hinaus verbreitet. Entsprechend vielfältig sind die überlieferten Rezeptvarianten.

Die hier vorgestellte Version ist ein Reisesouvenir aus dem sagenumwobenen Forêt de Brocéliande in der Bretagne. Ein herzliches Merci an Claude und Frédéric aus Saint-Maugan für dieses besondere Rezept.

  1. Die Walnüsse vierteln. Dabei empfiehlt es sich, Gummihandschuhe zu tragen, da der austretende Nusssaft die Hände hartnäckig braun färbt.
  2. Die Walnussviertel zusammen mit Zucker, Rotwein und Eau de Vie in einen großen Glasballon geben.
  3. Die Orange heiß abwaschen, die Schale möglichst dünn abschälen und zusammen mit der Zimtstange, den Gewürznelken und der aufgeschlitzten Vanilleschote hinzufügen.
  4. Den Glasballon gut verschließen und so lange vorsichtig schwenken, bis sich der Zucker weitgehend aufgelöst hat.
  5. In den folgenden Tagen den Ansatz regelmäßig schwenken, später genügt es, dies einmal pro Woche zu tun.
  6. Nun heißt es warten: Nach drei bis vier Monaten den Vin de Noix durch ein feines Sieb und anschließend gegebenenfalls durch ein Baumwolltuch filtern.
  7. In saubere Flaschen abfüllen und gut verschließen.

Zutaten

12 grüne Walnüsse
1 l Rotwein (Côtes du Rhône)
200 g Zucker
200 ml Eau de Vie
1 Orange (unbehandelt)
1 Zimtstange
½ Vanilleschote
4 Gewürznelken

Tipp

Die grünen, noch unreifen Walnüsse sollten möglichst bis zum 24. Juni geerntet werden – daher auch die Bezeichnung Johanninüsse. Auf den Tag genau kommt es dabei nicht an. Allerdings gilt: Je später die Ernte, desto weniger Bitterstoffe enthält der spätere Vin de Noix. Entscheidend ist, dass die eigentliche Walnussschale im Inneren der grünen Fruchthülle noch weiß und weich ist. Mit einer Stecknadel lässt sich das ganz einfach überprüfen: Sie sollte sich mühelos durch die gesamte Nuss stechen lassen.